Kapitalerhöhung Verbund: Massive Kritik

Gleich um eine halbe Milliarde Euro wird die Verschuldung Österreichs durch die heute vom Ministerrat beschlossene Mega-Kapitalerhöhung an den Verbund steigen.

Der Umweltdachverband bezeichnet dies in einer Presseaussendung als Skandal.

Netzwerk Wasser Osttirol schließt sich dieser Meinung ganz und gar an.

Tauernbach im TIWAG-Cross-Border-Bericht


Der Tauernbach im Tauerntal - ein TIWAG-Opfer? (Klicken zum Vergrößern)Die TIWAG hat fast alle ihre Kraftwerke mit Cross-Border-Verträgen an anonyme amerikanische Geldanleger weitergegeben.

Sie muss hierfür Sicherstellungen in der Höhe von mehr als 400 Millionen Euro leisten und jährlich einen genauen Zustandsbericht über diese Anlagen sowie einen Geschäftsbericht an die US-Trusts abliefern.

Dieser sonst unzugängliche "Annual Report 2009" kann auf "dietiwag.org - tagebuch 2010"abgerufen werden.

Interessant für Osttirol ist, in welcher Weise die Vorstellung des Tauernbach-Projektes durch die TIWAG (wir berichteten dazu) am 28.9.2009 in diesem Geschäftsbericht (Seite 66) angeführt ist .
Siehe hierzu auch Teil 2 unseres Weblog-Eintrages "TIWAG: Tarnen und Täuschen").

Sellrain-Silz: TIWAG bohrt trotz Stubaier Widerstandes

Ohne die Ableitung weiterer Bäche aus dem Stubai ist die Erweiterung von Sellrain-Silz unrentabel. Trotzdem führt die TIWAG im Längental - dem geplanten Speicherraum - bereits Arbeiten durch, berichtet die Tiroler Tageszeitung heute. Die TIWAG ignoriert damit, dass der Gemeinderat von Neustift weitere Ausleitungen einstimmig abgelehnt hat (s. unten).

Auch in Osttirol beschäftigt sich die TIWAG weiter mit Vorarbeiten für das Tauernbach-Projekt, welches stromwirtschaftlich "massiv in Zweifel zu ziehen" und damit kaum genehmigungsfähig ist.

Stubaital: Harter Widerstand gegen TIWAG

Schon im Jänner 2010 hatte der Tourismusverband Stubai gegen die Ableitungspläne der TIWAG entschieden Stellung bezogen: "Die naturbelassene Gewässer sind zentraler Teil unserer Marke und damit die wirtschaftliche Basis für unsere Region", argumentieren dort die Touristiker; "ein Bach kann entweder als wertvolles Landschaftselement touristisch genutzt oder für die Energiewirtschaft abgeleitet werden; beides zuzgleich ist nicht möglich".

Nunmehr sprach sich der gesamte Gemeinderat von Neustift gegen weitere TIWAG-Pläne im Stubaital aus, wie der ORF Tirol berichtet. Als Unterstützung für den Gemeinderat wurde auch eine Volksbefragung beschlossen.

Tauernbachkraftwerk - Zweifel der TIWAG

Zum Nachlesen:

"Die TIWAG zweifelt selbst an ihrem Tauernbach-Projekt"
belegt die dietiwag.org heute im Tagebuch mit einschlägigen Dokumenten.

Mythos Wasserkraft: Beispiel Dorferbachkraftwerk der TIWAG

Kleine Zeitung 25.7.2010: Das Foto der Woche mit dem Kommentar:

Hochwasser am Dorferbach in Prägraten (Klicken zum Vergrößern)"Der Menschen-Mythos von der Beherrschung der Welt

In der guten alten Zeit brachten Bauern ihr Korn zu dieser Mühle am Dorferbach in Prägraten, wo es mit einer beherrschbaren Portion Wasser zu Mehl gemahlen wurde. Doch die entfesselte Natur zeigt ihre Macht, der der Mensch wenig bis nichts entgegenzusetzen vermag. Nach einem Sommerunwetter in diesem Juli sieht es eher so aus, als würde der reißende Bach die Mühle zerkleinern als die Mühle das Korn.
Je weiter die Menschheit sich entwickelt, je mehr sie erfindet, desto fester ist der Glaube, alles im Griff zu haben. Und doch wird uns immer wieder vor Augen geführt, dass wir nur ein kleiner Teil der Natur sind und nicht ihr Beherrscher."

Gleichzeitig entzaubert dieses Geschehen am TIWAG-ausgeleiteten Dorferbach den immer wieder kolportierten Mythos von der Hochwassersicherung durch Kraftwerksbauten. Der Dorferbach riss gleich unter dieser Mühle sogar einen Teil der Landesstraße weg; die TIWAG kann von Glück reden, dass ihr Krafthaus noch steht.

Den Mythos von der Versorgungssicherheit durch Wasserkraft hat das Dorferbachkraftwerk der TIWAG schon vor Jahren entblättert: Gleich im ersten Winter nach der feierlichen Eröffnung stand es für Wochen überhaupt still - inzwischen mehrmals wieder.

Das zur Matreier Schuldentilgung geplante TIWAG-Projekt Tauernbachkraftwerk wäre gleich problematisch wie das Dorfertalkraftwerk.

Für solche mehr als zweifelhaften Wasserkraftwerke sind Osttirols Gewässer zu schade!

Der Debantbach darf weiter fließen

Nach dem Projekt eines Unternehmers aus Thal sollte der außerhalb des Nationalparks noch verbliebene Teil des Debantbaches einem Ausleitungskraftwerk zum Opfer fallen.

Im Herbst des Vorjahres lehnte die Forst- und Wasserrechtsbehörde dieses Projekt ab, vor kurzem befand auch die Naturschutzbehörde, dass "längerfristig kein öffentliches Interesse" an der Verwirklichung dieses Vorhabens bestehe.

Der Debantbach als kühler Begleiter (Klicken zum Vergrößern) Gegen diese Ausleitung in gerade jenem Talabschnitt, in welchem der schäumende Bach den Wanderer und Mountainbiker unmittelbar begleitet, gab es massive Widerstände nicht nur von vielen Bürgern; es sprachen sich auch fast alle der 40 betroffenen Grundbesitzer, die Agrargemeinschaften und die Gemeinden Dölsach und Nussdorf-Debant sowie der Tourismusverband Nussdorf-Debant gegen das Kraftwerksvorhaben aus.
Das Wasser des Debantbaches leistet in drei bereits bestehenden Kraftwerken ohnehin schon mehr als genug zur Stromerzeugung.

Dass der schönste Bach im Naherholungsbereich des Lienzer Talbodens auch künftig ungefährdet fließen darf, werden viele Bürger und auch Netzwerk Wasser Osttirol weiterhin wachen.

Projekt Iselkraftwerk: Reaktionen

Bürgermeister Köll betrachte die Idee der Opposition für ein Iselkraftwerk "mehr als skeptisch", berichtet heute die Tiroler Tageszeitung; als "völlig absurd" kommentiert die Kleine Zeitung die Vorstellung eines Kraftwerkes an der Isel.

Nachtrag 2010-07-09: Kleine Zeitung: "Hände weg von der Isel!"

Hände weg von der Isel!


Die Isel unterhalb von Feld (Matrei i.O.) (Klicken zum Vergrößern) Der bisherigen Schuldenpolitik Matreis soll nun womöglich ein Teil der Isel zum Opfer fallen, wenn es nach den Vorstellungen mancher Matreier Gemeindepolitiker ginge. Wie die Tiroler Tageszeitung heute berichtet, soll auf Antrag der Opposition heute abend im Matreier Gemeinderat über ein Kraftwerk an der Isel gesprochen werden, mit welchem man - ähnlich wie mit dem von BM Köll zu diesem Zweck erhofften und forcierten TIWAG-Projekt Tauernbachwerk - das Finanzdesaster Matreis zu verringern hofft.


Herbstliche Isel bei Feld: woher Wasser für ein Kraftwerk? (Klicken zum Vergrößern)

Ein Laufkraftwerk an der Isel liefe als reines Sommerkraftwerk: Als Gletscherfluss bringt die Isel zwei Drittel ihrer Jahreswassermenge in nur drei Sommermonaten Juni, Juli und August.

Stromwirtschaftlich wäre ein solches Kraftwerk ausgesprochen widersinnig, da es die Winterlücke der Wasserkraft noch weiter verschärfen würde.

Die nebenstehende Aufnahme macht deutlich, wie wenig Wasser die Isel schon im Oktober führt.

Die Isel ist nicht nur der letzte große Alpenfluss Österreichs ohne Stau und ohne Ausleitung, sondern darüber hinaus der letzte freifließende Gletscherfluss der gesamten Alpen. Sie ist zur Einbringung in das große Netzwerk des Europäischen Naturerbes Natura 2000 vorgesehen.

Dieses Juwel Osttirols und Österreichs ist nicht das Privateigentum einer Gemeinde und unbedingt zu schade, um zur Schuldenminderung einer Kommune verwendet zu werden.

Solche Überlegungen - von welcher Seite immer sie kommen und für welchen Zweck immer sie angestellt werden - verstärken die Plünderungsmentalität gegenüber den Naturschätzen unseres Landes weiter.

Netzwerk Wasser Osttirol wird sich gegen jeden Zugriff auf die Isel entschieden zu Wehr setzen und weiß sich dabei der Unterstützung nicht nur zahlreicher Osttiroler, sondern auch vieler Bürger weit über Osttirol hinaus sicher.

"Raus aus Euratom" - nun erst recht!


Unterstützungserklärungen unterschreiben! (Klicken zum Vergrößern) Wie von Unterzeichnungswilligen zu erfahren ist, gibt es Gemeindeämter, die keine Unterstützungserklärungen für das Euratom-Volksbegehren aufliegen haben und sich völlig ahnungslos bezüglich des Eintragungsverfahrens stellen.

Diese Unterstützungserklärung können Sie selbst von hier herunterladen und dann damit und mit einem Ausweis bis zum 30. Juni zum Gemeindeamt zu gehen und erst dort unterschreiben. Dies muss dann von der Gemeinde bestätigt werden. Die Rücksendung der Unterstützungserklärung an atomstopp_oberoesterreich können Sie sicherheitshalber auch selbst an diese Adresse vornehmen.

Jede Unterstützungserklärung, die jetzt abgegeben wird, zählt bereits als Unterschrift für das EURATOM-Volksbegehren!

Finden Sie sich nicht mit einer solchen willkürlichen Behinderung der in unserem Lande ohnehin sehr unterentwickelten direkten Demokratie ab und unterzeichnen Sie erst recht - zumal die SPÖVP den Ausstieg neuerlich blockiert hat!

Nachtrag: Es kann auch noch im Juli unterschrieben werden - dann müssen Sie allerdings die Unterstützungserklärung selbst an obige Adresse zurückschicken.

"Raus aus Euratom" - Unterstützungserklärung unterschreiben!


Unterstützungserklärungen unterschreiben! (Klicken zum Vergrößern) Bereits 141 österreichische Gemeinden und eine Vielzahl von Organisationen unterstützen die Bewegung "Raus aus Euratom".

Unterstützungserklärungen für das EURATOM-Volksbegehren liegen noch bis 30. Juni österreichweit auf allen Gemeindeämtern und Magistraten zum Unterschreiben auf. Einfach hingehen, Ausweis mitnehmen und aufliegende Unterstützungserklärung unterschreiben! Die Rücksendung der Unterstützungserklärung an atomstopp_oberoesterreich übernimmt die Gemeinde. Jede Unterstützungserklärung, die jetzt abgegeben wird, zählt bereits als Unterschrift für das EURATOM-Volksbegehren!

Das Desaster der Photovoltaikförderung im Vorjahr und die für heuer weiter reduzierte Förderung vor Augen empfindet man diese von Österreich für Euratom jährlich aufgewendeten Millionen als ausgesprochene Zumutung!

Kleinkraftwerk Tauernbach: Benützungsbewilligung erloschen


Steine am Druckrohr (Klicken zum Vergrößern) Im Jahre 1974 nahm die Gemeinde Matrei das Kleinkraftwerk Tauernbach in der Prossegg- Klamm in Betrieb und verkaufte es dann 1979 an die E-Wirtschaft. Nach einem kleinen Felssturz im Jahre 2002 wurde es stillgelegt und von der TIWAG trotz der oftmals beschworenen Stromknappheit bis heute nicht wieder in Betrieb genommen.

Matreis Bürgermeister Köll sperrte damals gleich die gesamte Prossegg-Klamm und legte damit einen der erlebnisreichsten Wanderwege in Matrei lahm. Der Hintergrund: Der Bevölkerung soll weisgemacht werden, dass nur die TIWAG den Klammweg sanieren könne; hierfür müsse man dann eben an sie Zugeständnisse machen.

Inzwischen ist offenbar die Benützungsbewilligung für die TIWAG erloschen, berichtet die Kleine Zeitung. Dieses Kraftwerk könnte nun an die Gemeinde zurückfallen. Köll hält sich noch bedeckt - er will der TIWAG auf keinen Fall schaden, von der er sich ein wesentlich größeres Werk zur Schuldentilgung erhofft.

Sonnenstrom-Petition unterzeichnen!


Sonnenstrom soll aufblühen (Klicken zum Vergrößern) Das derzeitige Ökostromgesetz mit einer Deckelung in der Höhe von 2,1 Millionen Euro für Photovoltaik gleicht in der Förderungszuweisung einem chaotischen Lotteriespiel und verhindert jede Entwicklung der sauberen Sonnenstromerzeugung in Österreich. Zum Vergleich: 11 Milliarden Euro fließen jährlich für den Zukauf von fossilen und atomaren Energieträgern ins Ausland.

Daher richtet der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) eine Petition an die Österreichische Bundesregierung. Das Ziel ist es, möglichst viele Unterschriften für gesetzliche Rahmenbedingungen zum Ausbau von Sonnenstrom in Österreich zu erhalten.

Sie können die Petition hier unterzeichnen.

Matrei: TIWAG zahlt direkt



Wallnöfer zahlt direkt, Köll freut sich (Klicken zum Vergrößern) "Tiwag fördert Befürworter" meldet heute die Kleine Zeitung und beschreibt, wer aller in Matrei direkt (BM Köll ist gewiegt!) und nicht auf dem Umweg über die Gemeinde Geld von der TIWAG bekommen hat.

"TIWAG-Wogen immer höher"


... informierte Ö1 heute im Morgenjournal österreichweit über die dubiosen Vorgänge im Kaunertal.

Inzwischen trat die TIWAG mit einem Ablenkungsmanöver an die Öffentlichkeit und verlegte ihr im Kaunertal weithin abgelehntes Speicherprojekt woanders hin - nach Pfunds als bislang sechste Variante, wie ebenfalls heute der ORF Tirol berichtete.

Die Vorbereitungen für diesen Überrumpelungsversuch zweier anderer Gemeinden sind in dieTiwag.org nachzulesen.
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Und bei uns in Osttirol?
Zumindest was die TIWAG-Zuwendungen angeht, macht Köll es schlauer, gab er jedenfalls der Kleinen Zeitung an; in Matrei ließ man die TIWAG-Gelder direkt an die Vereine fließen. «Derartige Fehler, wie sie im Kaunertal passierten, werde ich nicht machen ».

Nicht so gut wie den Vereinen geht es den Beamten seiner Gemeinde; sie mussten auf ihr Salär warten, wie die Tiroler Tageszeitung wußte. Offensichtlich ist das Finanzdesaster der Gemeinde doch nicht nur ein mißgünstiges Gerücht.

Wen die TIWAG noch rief ...,


... konnten heute Tiroler Medien nicht ganz verschweigen, nachdem Markus Wilhelm politische Korruption im Kaunertal glasklar aufgedeckt hatte.

ORF Tirol und Kronenzeitung informieren. Sogar die politisch äußerst gehorsame Tiroler Tageszeitung kann nicht verheimlichen, dass die TIWAG einem ihr genehmen Bürgermeister äußerst kräftige Wahlhilfe zukommen ließ - nachdem bereits gestern erzählt worden war, wie sich für die TIWAG schon im voraus der Einsatz für diesen Bürgermeister gelohnt hatte.

Nachtrag: Ö1 Mittagsjournal berichtet am 5. Mai vom TIWAG-Skandal (zum Anhören).


Ein Prost auf den Tauernbach-Deal! (Klicken zum Vergrößern)Und bei uns in Osttirol? Hier hat die TIWAG nicht nur beizeiten Fischgründe aufgekauft, sondern ebenfalls Bürgermeister an die Angel bekommen. Jener der Marktgemeinde Matrei zitiert sogar ganz offiziell die TIWAG als Rettung für sein Budget; auch seine Werbezeitung war ja von der TIWAG gesponsert.

Sozialpartner und Wasserkraft: Die TIWAG rief ...

"Viel Geschrei und wenig Wolle" sagte bekanntlich der Bauer, als er die Sau scherte.

Ein ähnlicher Eindruck bleibt von der Pressekonferenz der Sozialpartner zurück, die Ende März stattfand und bei welcher massiv für neue Wasserkraftwerke geworben wurde.

Der Landschaftsschutzverein Osttirol hatte diese Pressekonferenz zum Anlass genommen, um mit einem Brief die Darsteller nach konkreteren Argumenten für ihre Wasserkraftbehauptungen zu befragen.

Die Antworten waren spärlich – wenn überhaupt welche eintrafen.

Einzig DI Norz verwies darauf, dass die Landwirtschaftskammer sehr wohl auf die Bedeutung von Energieeffizienzmaßnahmen und anderer Energiealternativen verwiesen habe, dies aber in der Berichterstattung zu kurz gekommen sei.


TIWAG-koordinierte Stellungnahmen der Sozialpartner (Klicken zum Vergrößern) Vollständig die Sprache verschlagen hat es den Herren Schretter (Industriellenvereinigung) und Zangerl (Arbeiterkammer); von ihnen ist bis heute keine Antwort eingetroffen.

Die Dürftigkeit oder das Fehlen von Argumenten verwundert nicht – wurde doch diese ganze PR-Aktion von der TIWAG eingefädelt und betrieben, wie bei dietiwag nachzulesen ist.

Um ein weiteres Bild aus dem Tierreich zu bemühen : Hier hat ganz eindeutig der Schwanz mit dem Hund gewedelt.

Gut getan hat es beiden nicht: weder der TIWAG noch dem Ruf der Sozialpartner.

Tirolweiter Wasser-Schlussverkauf?

In allen Teilen Tirols ist geradezu ein Wettrennen um besondere Wasserstrecken als Kilowatterzeuger in Gang.

In Nordtirol hat die Politik einen Deal mit den Bundesbahnen geschlossen ("Solange ihr unserer TIWAG die untere Ötztaler Ache nicht streitig macht, könnt ihr ohne weiteres die Quellbäche des Lech ableiten" - auch wenn dieser europäisches Naturerbe ist).

In Osttirol soll die TIWAG zur Abdeckung von Gemeindeschulden den Tauernbach im unmittelbaren Vorfeld des Nationalparks Hohe Tauern für ein Sommerkraftwerk ausleiten ("TIWAG-Geld soll Budget retten").

In Südtirol geht es inzwischen sogar um solche Besonderheiten wie die letzte Eisackstrecke oder neuerdings um die rauschende Ahr in Sand in Taufers. Gegen deren Ausleitung spricht sich ganz entschieden der Heimatpflegeverband Pustertal aus, ebenso die Plattform Pro Pustertal, welche auch zur Teilnahme an einer Demonstration am 24.April aufruft.

Übrigens: Auch die Initiative "Dem Inn eine Stimme" lädt für den 24. April zu einer INNfowanderung.

Tirols jetzige Politiker werden als Verscherbler-Partie in den Geschichtsbüchern aufscheinen.

Ohne Maß und Ziel

Österreichweit: Wasserkraftwerke ohne Maß und Ziel?

Der Umweltdachverband hat zum Weltwassertag einen Überblick über Wasserkraftwerksprojekte in Österreich erstellt.

Umweltdachverband: Wasserkraftwerksprojekte in Österreich (Klicken zum Vergrößern) 47 Projekte werden als "in Bau oder vor kurzem fertiggestellt" aufgelistet; 100 weitere Wasserkraftwerke sind in Planung, nahezu die Hälfte davon in sensiblen Gebieten:

Eine maßlose E-Wirtschaft blockiert den Gewässerschutz in Österreich!

Hier finden Sie die detaillierten Informationen des Umweltdachverbandes mit Link zu google maps.

Wie lange noch? Wie viele noch?


jährliche Kraftwerksbescheide in Tirol (Klicken zum Vergrößern) Wasserkraftwerke ohne Ende? ... oder Ende erst dann, nachdem der letzte Bach aus seinem Bett heraus und in Turbinen gezwungen wurde?

Die Stellungnahme des Landesumweltanwaltes zum Kriterienkatalog Wasserkraft der Tiroler Landesregierung enthält eine Reihe aufschlussreicher Argumente und Darstellungen - dass z.B. der Ausbau von Wasserkraftwerken in Tirol ungehemmt fortgeführt wird und zuletzt sogar zunehmende Tendenz zeigt - obwohl wir ja für unsere ausgeleiteten Flüsse und Bäche keine anderen bekommen.


Wasserkraftausleitungen in Tirol (Klicken zum Vergrößern)Diese Illustration der bereits bestehenden Wasserentnahmen für Kraftwerke in Tirol zeigt deutlich, das Tirols Landschaft und Natur schon mehr als genug Opfer für die Stromerzeugung gebracht hat.

Auch Osttirol ist schon längst kein weißer Fleck mehr auf der Karte der Wasserkraftnutzung. Und trotzdem soll auch hier der Naturverbrauch munter weitergehen - für Wasserkraftwerke, die aufgrund ihrer extremen Minderleistung im Winterhalbjahr die Abhängigkeit in der Stromversorgung sogar noch verschärfen und die landschaftliche Substanz unsere Bezirkes weiter vermindern.

Der Landschaftsschutzverein Osttirol hat vor kurzem Anfragen über neue Wasserkraftwerksprojekte an die Behörden gestellt. Die von der Bezirkshauptmannschaft Lienz und der Tiroler Landesregierung mitgeteilte Aufstellung neuer Projekte in Osttirol ist sogar länger als in den vergangenen Jahren - wie Sie sich selbst überzeugen können: Aufstellung BH Lienz, Aufstellung Teil 1 und Aufstellung Teil 2 der Tiroler Landesregierung.

Die fortschreitende Ausplünderung der Landschaft Osttirols wird auch in der Zusammenschau der einschlägigen Behördenauskunfte deutlich.

Torschlusspanik der Wasserkraftwerksbauer?

Kriterienkatalog: Unheilige Allianzen

Wasserkraft-Fundamentalismus in Reinkultur: Weil er nicht von vorneherein seine vollen Ansprüche einbringen konnte, aber ungehemmten Zugriff auf alle noch fließenden Gewässer Tirols beansprucht, will TIWAG-Chef Wallnöfer die weitere Diskussion des Kriterienkataloges torpedieren.

Weitere Nutznießer der Landschaftsausbeutung: Unterstützung mit recht fadenscheinigen Phrasen bekommt die TIWAG nun vom Chef der Tiroler Industriellenvereinigung (als Zementfabrikant an betonträchtigen Großbaustellen interessiert) und dem Interessenvertreter der Gemeinden (auf Rendite aus dem Ökostromgeldtopf hoffend).

Zusätzliche Profitmacher: Dass LH Platter in der Kriteriendiskussion womöglich die Interessen der Allgemeinheit an weiterhin fließenden Gewässern stärkt, wäre wohl ein Wunder - weiß er doch als Landesparteichef besonders gut, wie nützlich Industriespenden und TIWAG-Gaben an seine Partei sind.

Ist es nicht gerade die ÖVP, die nach wie vor massiv gegen eine Offenlegung von direkten und indirekten Parteispenden mauert?

"Über allem der Geruch von Illegalität" (Salzburger Nachrichten am 25.2.2010 zu den Parteispenden in Österreich).

Stellungnahme zum Kriterienkatalog Wasserkraft eingebracht

Netzwerk Wasser Osttirol hat seine Ansicht zum Kriterienkatalog Wasserkraftnutzung zusammengefasst und an das Land Tirol übermittelt. Ob wir gehört werden, wird sich weisen.

Diese unsere Stellungnahme zum Kriterienkatalog ist in unseren "Materialien" festgehalten und damit für eine allfällige weitere Diskussion im Lande Tirol jederzeit greifbar. Auch den Kriterienkatalog selbst finden Sie dort.

Update 2010-02-28:

Auch der Landschaftsschutzverein Osttirol aus unserem Netzwerk Wasser Osttirol hat seine Meinung zum Kriterienkatalog der Tiroler Landesregierung mitgeteilt.

Kriterienkatalog Wasserkraftausbau Tirol

"Wasserkraftnutzung - Entwurf Kriterienkatalog" steht auf der Website der Tiroler Landesregierung. Zu diesen Kriterien für die weitere Nutzung der Wasserkraft in Tirol können Bürger ihre Stellungnahme bis zum 28. Februar 2010 abgeben. Es sei "ein großes Anliegen, eine ehrliche und breit angelegte Diskussion über die Wasserkraft zu führen" und unsere Meinung dazu wichtig, teilt Tirols Energielandesrat Toni Steixner in bunten Inseraten mit.

Was wir dazu meinen, haben wir schon am Schluss unseres untenstehenden Weblog-Beitrages vom 12. Feber klar gesagt. Es bedarf allerdings steter Mühe, den auf Wasserkraft beengten Tunnelblick unserer Landespolitik zu weiten.

"Denken Sie mit!" regt Steixner an; er selbst hat offenbar unser Merkblatt "Wundermittel Wasserkraft?" vom Jänner 2009 noch nicht überdacht. Wenn Sie, sehr geehrte Leserinnen und Leser, hier ein wenig mithelfen wollen: die Adresse für Ihre Meinung ist kriterienkatalog@tirol.gv.at. Ob Sie dabei auf gut 150 Seiten Expertendefinitionen eingehen wollen oder sich lieber grundsätzlich äußern, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Jedenfalls haben wir diesen Kriterienkatalog (Entwurf) in unseren "Materialien" festgehalten; wer weiß, wohin er vielleicht in Bälde von der Website des Landes entschwunden sein wird.

Osttirol als Hoffnungsgebiet für Speicherkraftwerksbauer


Wasserkraftausbaumöglichkeiten im IselgebietIm "Tiroler Energiebericht 2009" ist unter dem Titel "Geschätztes Wasserkraftpotential Tirol" eine aufschlussreiche Kartendarstellung zu entdecken, in welcher das Strompotential von Laufkraftwerken (vorzugsweise am Inn) und jenes von Speicherkraftwerken angegeben wird. Dieses liegt in Westtirol (Ötztal, Kauner- und Pitztal) und bei uns in Osttirol, wobei für das Iselgebiet das weitaus größte Potential an Speicherkraft in Tirol ausgewiesen wird!

Und da will man uns glauben machen, dass im Bereich des Tauernbachprojektes der TIWAG wirklich für alle Zeiten kein Speicher kommen soll?
Einen späteren Speicher hat ja nicht nur die TIWAG selbst in Aussicht gestellt, sondern auch die interne Fachkritik des Landes wirft dem derzeitigen reinen Laufkraftwerksprojekt am Tauernbach besonders deutlich ("Vergeudung von Effizienzpotenzial") das Fehlen einer Speicherungsmöglichkeit vor. Eine spätere Erweiterung z.B. durch einen Speicher ist somit durchaus wahrscheinlich.

Darüber hinaus lässt diese Kartendarstellung erahnen, welche weiteren Begehrlichkeiten der E-Wirtschaft auf Osttirol noch zukommen werden.

Was für eine ehrliche Energiediskussion in Tirol schon lange überfällig ist: Nicht nur permanente Focussierung auf noch ausbeutbare Wasserkraft (wie auch schon in der Tiroler Energiestrategie 2020), sondern fundierte Erhebungen zum gewaltigen Effizienzpotential in Verkehr und Raumwärme (die größten Klimasünder im Lande!) sowie Darstellungen des Energiepotentials der Biomasse und Sonne in Tirol mit nachfolgenden Umsetzungsmaßnahmen.

Worauf warten Sie noch, Herr Energiereferent LHStV. Steixner?

Stubai: Widerstand gegen TIWAG-Projekt

In einem scharf formulierten offenen Brief an LH Platter stellt sich der Tourismusverband Stubai gegen Bachableitungen, welche die TIWAG für die Erweiterung ihres Kraftwerkes Sellrain-Silz vornehmen will. Man werde sich "mit allen Mitteln gegen diese Pläne wehren". Bäche sind wertvolle Landschaftselemente für den Tourismus, die naturbelassenen Fließgewässer die wirtschaftliche Basis für die Region.

Nachtrag:

In Matrei i.O. musste sich die „Bürgerinitiative Lebensraum Matrei“ entschieden dagegen wehren, dass der damalige Tourismusverband Nationalpark in Matrei das Pumpspeicherprojekt Raneburg-Matrei „begrüßt“ hatte und einen Tauschhandel mit der TIWAG anstrebte; in einer engagierten Presseaussendung wurde die Stellungnahme des TBV Nationalpark abgelehnt.

Das war 2005. Und heute? Heute ist es der Tauernbach-Deal, welcher nach Vorstellung von BM Köll das Finanzdesaster Matreis in Ordnung bringen soll.

Naturschutz in Tirol: Gleiche und Gleichere


TIWAG-Bohrungen im Naturschutzgebiet (Klicken zum Vergrößern) JA zu monatelangen, umfangreichen Probebohrungen der TIWAG im Taschach- und Kaunertal, NEIN zu einem Informationsplakat einer Bürgerinitiative, wie die Tiroler Tageszeitung schilderte und auch die Bürgerinitiative "lebenswertes kaunertal" darlegt.

Eine pervertierte Auslegung des Tiroler Naturschutzgesetzes, welche Naturzerstörung erlaubt und den Schutz der Natur verhindert, als vorauseilender Tiroler Beamtengehorsam?

"TIWAG-Geld soll Budget retten"

... berichtet die Tiroler Tageszeitung aus der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2009 in Matrei. Bürgermeister Köll (ein enger Freund von LH Platter, Landtagsabgeordneter, ÖAAB-Obmann in Tirol, Vorsitzender oder Mitglied verschiedenster Gremien im Bezirk Lienz) gibt nun endlich im Klartext das zu, was auf unserer Seite schon mehrfach vorgestellt wurde: nur ein - stromwirtschaftlich sinnloses bzw. unsinniges - Kraftwerksprojekt am Tauernbach könne die Finanzen seiner Gemeinde retten. Daher will er auch mit diesem Kraftwerksprojekt in den Gemeindewahlkampf ziehen.
Übrigens: Das von Köll vorgelegte Budget ist so fragwürdig, dass sogar ein renommiertes Gemeindevorstandmitglied seiner eigenen Fraktion die Zustimmung verweigerte.